Leoni Marie Hübner hat die aktuelle Außenausstellung „Zwischen Krieg und Hoffnung“ am Mahnmal kuratiert. Im Interview berichtet Marie von Entscheidungen und wichtigen Erkenntnissen bei der Auswahl der Bilder:
Was war dir beim Kuratieren der Ausstellung „Zwischen Krieg und Hoffnung“ wichtig?
Empathie. Uns allen war bei dem Thema wichtig, den Blick nicht auf Waffen oder Bilder von Gewalt zu lenken, sondern auf die Menschen, die mit den Auswirkungen von Krieg leben müssen – und das mit Respekt und Feingefühl. Ich habe deshalb darauf geachtet, dass die Bilder nahbar und auf Augenhöhe sind, dass die gezeigten Personen immer ihre Würde und Individualität behalten. Die Menschen auf den Bildern sind das, was einem trotz allem Hoffnung gibt.
Was war für dich die wichtigste Erkenntnis, die du während des Kuratierens gewonnen hast?
Dass die Geschichten brutal bleiben, auch wenn man sie feiner bebildert. Sie gehen tiefer, sobald man sich ihnen geöffnet hat. Das ist mir durch die intensive Auseinandersetzung noch einmal bewusster geworden.
Welches Foto oder welches Thema der Ausstellung möchtest du Besucher:innen besonders ans Herz legen und warum?
Die Ausstellung funktioniert am besten in ihrer Gesamtheit, weil sich so die verschiedenen Erfahrungen, Geschichten und Fragmente zu einem Ganzen verweben. Nehmen Sie sich Zeit, lassen Sie sich darauf ein. Die Ausstellung ist ein erster Einstieg in diese komplexen Themen – und eine Einladung, sich anschließend tiefer mit den verschiedenen Konflikten auseinanderzusetzen. |