Was ist die Entstehungsgeschichte dieses Bildes?
Dieses Bild habe ich 2017 während des finalen Kampfes der irakischen Armee gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ aufgenommen. Ein Bild mitten im Chaos des Krieges, welches gleichzeitig eine gewisse Zärtlichkeit zeigt, wie sich diese drei Männer gegenseitig einseifen. Ein Moment der Hoffnung und der Zärtlichkeit – das ist auch Krieg und die Absurdität, dessen, was manchmal, auch mitten in diesem Elend, passieren kann.
Warum hast du dich entschieden, als Fotojournalist in Kriegs- und Konfliktsituationen zu arbeiten?
Die Antwort ist recht banal: Weil ich's kann. Ich habe die Möglichkeit, in Gebiete zu fahren und das einzufangen, was dort vor Ort passiert, weil ich die Kapazitäten habe. Von den Menschen in Kriegsgebieten auch noch zu erwarten, das Leid zusätzlich zu ihrer persönlichen Not einzufangen, fände ich anmaßend. Außerdem glaube ich, dass der Erkenntnisgewinn immer der erste Schritt ist, um überhaupt etwas an Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten, die im Krieg geschehen, zu ändern.
Wie entscheidest du, ob du in einem bestimmten Moment fotografierst – oder nicht?
Das ist ganz schwer zu beantworten und ich muss es von Situation zu Situation neu bewerten. Ich möchte die Menschen nicht direkt in der Situation fragen. Dadurch würde ich die Umstände beeinflussen und nicht mehr das fotografieren, was ich fotojournalistisch einfangen möchte. Auf der anderen Seite möchte ich auch niemanden überrumpeln. Deswegen frage ich im Nachhinein und lösche das Foto, falls die Person nicht mit einer Veröffentlichung einverstanden ist. |